dachdecker, innung, wetzlar, hessen, Deutsch, Innung, Verband, Handwerk, Steildach, Flachdach, Metall, Abdichtung, Reet, Begrünung, Solar, Photovoltaik, Fassade, Holzbau, Trockenbau, Regeln, Bauwerksabdichtung, Umwelt, Dach, Wand, Abdichtungstechnik, Betrieb, bundesweit
Lange Zeit wurde das "alte Handwerk" nur als Überbleibsel aus vergangener Zeit betrachtet.
Das hat sich seit den 70er Jahren mit der Eröffnung der Freilichtmuseen geändert.
Dort versucht man dem Publikum, soweit möglich, die alte Handwerkskunst näher zu bringen.
Ein Merkmal des "alten Handwerks" ist die kleinbetriebliche Produktion.
Am häufigsten fand man den handwerklichen Kleinbetrieb, den Allein oder Zwergbetrieb,
in dem der Meister nicht allein arbeitete. Im 18. und 19.Jahrhundert beschäftigte er kaum mehr
als 1 bis 2 Gesellen oder Hilfskräfte. Die Größe und Leistungsfähigkeit der Betriebe war vielfach
regional durch die Zunft, bzw. überregional durch die Handwerksbünde begrenzt.
Kennzeichnen für das "alte Handwerk" ist die handwerkliche Produktion.
Sie beruht auf Handfertigkeit und individueller Werkstoffbeherrschung.
Werkzeuge und Maschinen wurden nur zur Ergänzung der Handarbeit herangezogen.
Unterscheidung und Spezialisierung prägten vor allem die Entwicklung des Handwerks
an der Grenze vom 14. und 15.Jahrhundert. Vom Spätmittelalter bis ins 20.Jahrhundert ist der geregelte Ausbildungsgang
die Lehr und Gesellenzeit. Schon vor der Wende des 14.Jahrhunderts an gab es Vorschriften über die Lehre
und seit Mitte des 1 5.Jahrhunderts wurde die Einrichtung der Lehrzeit verbindlich.
Bis in die frühe Neuzeit beschäftigten einige Handwerke auch Lehrtöchter, aber im Zuge derVerdrängung der Frauenarbeit
wurde die handwerkliche Ausbildung auf Lehrjungen beschränkt. DerAbschluss der Lehre durch eine Gesellenprüfung war
im "alten Handwerk" kaum verbreitet. Von Bedeutung war der Lehrbrief und in vielen Handwerken die ritueile Aufnahme
in den Kreis der Gesellen.Auch gab es in einigen Handwerken Zwischenstationen, wie Lohnjunge,jünger usw.
Oft kennzeichnete erst die Wanderschaft den Gesellen. Die Wanderschaft der Gesellen begann in der 1. Hälfte
des 14. Jahrhunderts und erfuhr Ende des 14.JahrhundertsVerbreitung und räumliche Ausdehnung.
Pflicht wurde dieWanderschaft in der 2. Hälfte des 16.Jahrhunderts, obwohl derWanderzwang meist auf das (groß)städtische Handwerk begrenzt blieb.
Die Wanderschaft als "Hochschule" ds Handwerks war von großer Bedeutung für die Qualifikation und Bildung der Gesellen.